Structure First · Cheat Sheet

Bestandsveränderungen im Projektgeschäft

Bilanz und GuV in jeder Projektphase: was sich ändert und warum

Das Grundprinzip

Kosten entstehen während der Projektlaufzeit, Umsatz erst bei Abnahme. Die Bestandsveränderung neutralisiert den monatlichen Aufwand, indem die erbrachte, noch nicht abgenommene Leistung als Vermögen (Unfertige Leistungen) in der Bilanz aktiviert wird. Ohne diese Buchung zeigt die BWA falsche Verluste während der Laufzeit und einen verzerrten Gewinnsprung bei Abnahme.

Die drei Phasen

Phase 1

Projektlaufzeit

Bilanz

↑Unfertige Leistungen steigen um die aktivierten Kosten

GuV

↓Kosten (Personal, Material)
↑Bestandsveränderung (Mehrung)
–Ergebnis: 0

Phase 2

Abnahme & Rechnung

Bilanz

↓Unfertige Leistungen vollständig aufgelöst
↑Forderungen aus der Schlussrechnung (abzüglich erhaltener Anzahlungen)

GuV

↑Umsatzerlöse (Schlussrechnung)
↓Bestandsveränderung (Minderung)
↑Rohertrag sichtbar

Phase 3

Zahlungseingang

Bilanz

↓Forderungen fallen weg
↑Bank / Kasse steigt

GuV

–Keine Änderung. GuV ist abgeschlossen.

Monatliches Ergebnis in der BWA: Beispiel 300.000 EUR Auftrag, 3 Monate Laufzeit

MonatMit Bestandsveränderung ✓Ohne Bestandsveränderung ✗
Januar0 EUR−75.000 EUR
Februar0 EUR−75.000 EUR
März0 EUR−75.000 EUR
April ★+75.000 EUR+300.000 EUR

★ April = Monat der Abnahme und Schlussrechnung

Merksätze

  • Phase 1: Kosten laufen, Bestandsmehrung hält sie aus der GuV heraus. Phase 2: Bestandsminderung wirkt wie Kosten auf die GuV und wird dem Umsatz der Schlussrechnung gegenübergestellt. Erst dann wird der Rohertrag sichtbar.
  • Ergebnis entsteht bei Abnahme. Liquidität erst bei Zahlungseingang.
  • Die Bilanzposition “Unfertige Leistungen” (Umlaufvermögen) zeigt den erarbeiteten, noch nicht fakturierten Wert des Projektportfolios.